durch das Eiskar auf den Kleinen Pyhrgas....

am Vortag haben wir uns noch Vorort nach den aktuellen Bedingungen erkundigt und dort wurde uns mitgeteilt das es heute perfekt war, sogar aufgefirnt hatte es, also stand für uns das morgige Tourenziel fest! Nachdem das heutige nichts geworden ist war ich gespannt auf morgen. Stef hatte die Tour schon mal mit Freunden gemacht und es klang wie eine Tour ganz nach meinem Geschmack. Eine Skitour mit alpinem Charakter, auch eine Eisrinne galt es zu überwinden - geil! Im Internet wollte ich mich vorher schlau machen was auf mich zukommt, habe allerdings nicht wirklich viel Bildmaterial gefunden (ich hoffe das konnten wir nun mit unserer Fotodokumentation ändern). Es sollte heuer die 1. Skitour über 1000 Hm werden und so starteten wir um kurz vor 10.00 am Parkplatz. Zwei andere Tourengeher hatten sich vor uns auf den Weg gemacht - sonst war niemand unterwegs....kein Wunder, das Wetter war bedeckt, windig und kalt. Sicht ging unten noch so einigermaßen. Wir starten über den Restschnee quer übers Feld Richtung Winklerkar.

Im Winklerkar hält man sich links uns dann geht es über eine Geländestufe ins Eiskar, erst hier sieht man dann in den Felskessel der nur von hier einsehbar ist - gewaltig!! Der Wind bläst so stark und unsere Felle bewegen sich auf brettlhartem Schnee, teils Eis. Meine Finger sind hier schon fast eingefroren, je weiter wir rauf kommmen Richtung Eiskar umso stärker blies der Wind nun, teils mit Schnee, mein Blick war immer nur gegen Boden gerichtet, nach vorne ging gar nicht! Ich hatte meine Brille noch im Rucksack da der Wind unverhofft schnell kam und wenn man in so einem Gehflow ist, dann will man den kaum stoppen, tut man dies in so einem Fall ist man sofort ausgekühlt....also noch rauf und dann schnell die Handschuhe wechseln die Gorehaut drüber ziehen und die Brille gegen den Wind rauf.

So nun war ich gegen den starken Wind der mit 50-60 km/h blies und uns daher eine gefühlte Temperatur von -20 Grad bescherte gewappnet. Die Finger haben sich leider nicht so schnell erholt. Ein paar mal ging mir ein Abbruch durch den Kopf, aber nein,....nur weil der Wind mal mehr bläst, die Sicht schlecht ist und meine eiskalt - nix da! Weiter geht`s - wir müssen ja unsere neuen Materialien testen :-) Also ging es weiter zur steilen Südostflanke. Weiter oben haben wir dann die Harscheisen angelegt, weil der Untergrund ziemlich steil und sehr hart war, teils gefroren. Anstrengend zu gehen, da man immer zu tun hatte die Kante gut einzusetzen um nicht davon zu rutschen.

Das erste mal Harscheisen an den Tourenskier gings steil in Spitzkehren rauf zum Skidepot und gleichzeitig zum Einstieg der Steilrinne. Hier sind wir auch wieder auf die 2 Tourengeher gestoßen die vor uns los sind.

Ski abgestellt, Steigeisen angelegt, so konnte es losgehen, nun kam der spannenste Teil der Tour - die Steilrinne. Hab ich schon erwähnt das der Wind noch nicht aufgehört hat wie wild zu blasen....meine Finger waren gefroren, was aber nichts half, jetzt galt eigentlich nur - sich zu bewegen um nicht auszukühlen. Also los gehts, die 2 kamen grade runter als wir uns auf den Weg rauf machten. Die Sicht immer noch rund ums Eiskar zu. Die Hoffnung das es oben dann am Gipfel aufreisst habe ich auch schon aufgegeben. Aber egal, rauf zum Gipfel - Fotos machen und wieder runter, das war nun mein Plan. Stef hat für diese Tour  den meisten Teil der Fotoarbeit übernommen, mir war einfach in den Fingern zu kalt um die Kamera zu bedienen. Die Steilrinne war aber echt super geil heute, kein Verkehr wir waren dann ganz alleine.

Rinne war gut zu begehen, es waren nur mehr ein paar Meter nach oben zu gehen und stand dann am Gipfel des Kl. Pyhrgas - der seinen großen Bruder um nichts nachsteht! Der Wind blies weiter sehr eisig hier oben, die Sicht Richtung Berge gleich 0, also schnell die obligatorischen Gipfelbilder und nichts wie runter! Stef hat es noch geschafft uns im Gipfelbuch zu verewigen, während ich mich schon wieder Richtung Einstieg Steilrinne aufmachte. In der Hoffnung das der Wind dort weniger stark bläst, was natürlich totaler Nonsens war....

Ewig schade war es um den Ausblick von hier oben! Die Schneewechten oben waren gewaltig. Aber nun runter zum Skidepot. Der Gipfel war erledigt, nun wollte ich eigentlich nur mehr schnell runter - die Ski anschnallen und zum Auto fahren. Aber erstmal bedacht die Rinne runterkommen und dann noch vorsichtiger mit den Skiern den steilen Hang runter, der brettlhart und eisig war! Aber wie die liebe Marlies zu Recht schreibt - lieber hart als Bruchharsch oder Lawinenkegel ;-)  Den Steilhang runter ging für mich ganz gut, wir sind dann etwas nach links rübergezogen um unten nicht so weit die Ski schieben zu müssen und sind so fast ohne Antaucherei ins Winklerkar gekommen.

Durchs Winklerkar ging es so einigermaßen, weiter unten hat's mich dann Kopfüber g'schmissen weil ich in eine vereiste Spur kam. Kamera und Kopferl habens überstanden. Nun kam uns der pickelharte Schnee entgegen, denn es ging komplett bis runter zum Auto in einem Schwung! Zum Schluss hat die Wolkendecke auch noch a bisserl aufgemacht und wir kamen zur selben Zeit wie die anderen Tourengeher von heute am Auto an. Eine absolut coole Tour, die uns müde Beine beschert hat.

Rund 1270 Hm haben wir zurückgelegt  -  bei der Distanz von knappen 16 km sind wir uns nicht sicher, da Stef`s Garmin etwas herumgesprungen ist und meine sich beim Abfahren nach 119 Hm ausgeschaltet hat. 

Ich hoffe all diejenigen die auch nach mehr Fotos dieser genialen Tour gesucht haben, werden hier fündig! Wir haben rund 600 Fotos unter eisigen Bedingungen und gefrorenen Händen gemacht und die aussagekräftigsten was Gelände, Steilheit, usw. angeht eingestellt. 

 

Viel Spaß beim durchblättern!

Achtung: Diese Tour setzt hochalpine Erfahrung und Kenntnisse voraus und sollte nur bei sicheren Verhältnissen begangen werden. Lawinenlagebericht genau checken! Steigeisen, LVS und ggf. Airbag sollten im Gepäck sein!

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Kommentare: 2
  • #1

    Hans Jürgen Haubt (Dienstag, 16 Januar 2018 17:34)

    Sehr schöne Aufnahmen trotz weniger guter Witterungsbedingungen. Die vielen Fotos ermöglichen dem Betrachter eine gute Vorstellung von der Tour und was ihn erwartet. Sichere Schneeverhältnisse und angemessene Ausrüstung sind bei der Hangneigung Voraussetzung.

  • #2

    Oliver (Mittwoch, 17 Januar 2018 16:53)

    Wow.Das sieht ja extrem kalt aus.Das mit den eingefroren Fingern kenne ich.Es gibt ja wirklich nichts schlimmeres.Aber nach den Bildern hat es sich doch total gelohnt.Da muss ich auf jeden Fall wohnen� Liebe Grüße
    Oli