märchenhafte Skitour im Winterwonderland....

meine erste Skitour  zum Beginn der Saison ging heute auf den Wasserklotz. Gestern hatte ja das Wetter nicht mitgespielt und ich musste meine Tour auf den Traunstein abbrechen, das Wetter heute sollte ganz gut sein, mit einigen Sonnenfenstern. Das muss natürlich genutzt werden. Zum eingehen sollte es eine einfache Einführungstour auf`s Karleck werden. Leider kam ich die Passstraße zur Bosruckhütte mit dem Auto nicht hinauf - so musste ich kurzfristig umplanen und nicht weit vom Bosruck liegt der Hengstpass und auch die Skitour die wir eigentlich am Wochenende machen wollten. Laut Skitourenbuch eine relativ einfache Tour also gerade das richtige um die heurige Skitourensaison einzuläuten. Nur wenige Autos standen am Parkplatz und vor mir gerade 2 die sich auch auf den Weg machten. Etwas aufgeregt war ich schon, hier ganz alleine los zu gehen. Vor allem da ich ja nicht wusste was auf mich zu kommt. Aber die wunderschön verschneite Landschaft hier am Hengstpass war so traumhaft, ja magisch fast das die Aufregung ziemlich rasch in Vorfreude umschlug. Also LVS aktiviert, Lawinenairbag startklar gemacht und GPS eingeschaltet, so gings dann los.

schon die erste halbe Stunde war ich einfach nur fasziniert von dieser märchenhaften Winterlandschaft. So etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen! Bei uns in OÖ liegt nicht oft soviel Schnee, sodass auch die Bäume noch schneeweiß bedeckt sind. Ich musste immer wieder stehen bleiben um diese traumhafte Landschaft mit meiner Kamera einzufangen. Je weiter man in den Wald kam um so schöner wurde das zu gehende Gelände. Mitten durch den Zauberwald führten die Spuren denen ich folgte. Apropos Spuren, laut Toureninfo und GPS Datei sollte der Abstieg der Tour auf der Anstiegsroute sein, was mich etwas verwunderte, denn es gab keine Abfahrtsspuren. Das erzeugte ein etwas mulmiges Gefühl, ich bin wirklich kein guter Freerider bzw. Waldfahrer. Aber vielleicht gab es ja auch einen viel einfacheren Weg runter, dachte ich, nur dieser Wunschgedanke wurde mir leider dann nicht erfüllt. Aber vorerst mal genießen und die Landschaft innerlich aufsaugen.

wenn man sich auf einer Tour befindet schweift der Blick oftmals durch das Gelände und versucht immer den Weg zum Ziel auszumachen. Ich sah auch Spuren links den Berg von mir rauf, sollte der Berg dort oben etwar schon mein Ziel sein. Meine Garmin meinte dazu etwas ganz anderes - es lotste mich den Hang hinauf - steil hinauf. Dann begann der Wald, an das konnte ich mich in der Toureninfo erinnern, durch den Wald in Spitzkehren steil bergauf bis zum Kamm, diesen entlang sollte man dann auch sein Ziel in der Ferne sehen. Nun kam dann mein Lieblingsthema beim Skitouren gehen - die geliebten Spitzkehren! Anfangs sahen die sicherlich nicht danach aus, aber nach ein paar Kehren wurde es schön langsam und ich näherte mich dem Kamm.

auch am Kamm oben war es einfach wunderschön - hier blieb ich auch des öfteren stehen um die Stimmung auf Bild einzufangen und festzuhalten. Dann kam das Hinweisschild, das mich auf den Wasserklotz leitete. Kurz unterhalb des Gipfels habe ich die Ski abgeschnallt und versuchte im Tiefschnee raufzukommen, was gar nicht so einfach war da ich immer wieder knietief einsank. 

Unterhalb des Gipfels traf ich dann die 2 Tourengeher die kurz vor mir gestartet sind, auf meine Frage wie man nun hier wieder runterkommt, meinte er den selben Weg wie hoch, ich war etwas verwundert, meinte das es hier ja keine Spuren gab. Es hatte gestern soviel geschneit das hiervon nichts mehr zu sehen war, er meinte auch noch das man hier gleich dann rechts runter zieht und ich bat scherzhaft darum mir Spuren zu hinterlassen, das ich mich orientieren konnte - war ja Neuland hier für mich. Aber jetzt erst mal rauf auf den Gipfel. Aber das kann es jetzt aber nicht sein, oder? Es zog komplett zu, wolkenverhangen sah es nun rundherum aus. Das ist aber jetzt echt schade! Egal, Gipfelselfies müssen natürlich sein - also mal etwas wärmer eingepackt die Kamera rausgeholt und los geht`s.

und dann - plötzlich kam sie doch noch raus - die Sonne. Tja manchmal muss man es einfach erwarten können. Die Stimmung oben am Gipfel war nun wirklich eine wunderschöne Belohnung. Diese einzigartigen Momente sind es immer wieder, die uns Berge besteigen lassen.

Nach einiger Zeit am Gipfel und auch noch 2 weiteren Besuchern war es Zeit aufzubrechen. Irgendwie ist das für mich immer ein mulmiges Gefühl. Wie würde ich runter kommen, Tiefschnee fahren habe ich nie gelernt, war ich doch immer nur auf der Piste unterwegs. Aber einen Vorteil hat es - Tiefschnee bremst und tut nicht so weh wenn man fällt. Beim Abstieg bin ich dann gleich mal so eingesunken das ich erst dachte ich komme gar nicht mehr auf die Beine. Froh dann doch die Ski wieder an meinen Beinen zu spüren ging es mit mulmigen Bauchgefühl runter, oben war es doch etwas eng. Aber Noten bekomme ich ja keine und gesehen hatte mich auch niemand. Ich folgte den Spuren die mir meine Vorgänger gespurt hatten und konnte mich nun auch gut orientieren. es ging steil den Hang durch den Wald hinab. Zum Schluss mal die Ski laufen gelassen um etwas Schwung für das gerade Stück unten mitzunehmen, lag ich dann auch schon im Tiefschnee - komplett weiß wie ein Schneemann. Naja mich hat es ja gewundert das es bis hier hin nicht schon mehr Aufsitzer gegeben hatte. Aber da sollte ich nicht die einzige bleiben. Unten hieß es dann anschieben, war doch ein etwas längeres Flachstück, den Rest zurück durch den Wald war wirklich unerwartet einfach und hat mir dann gar keine Probleme bereitet. Tempo wurde nie zu hoch also alles entspannt. 2 jüngere Tourengeher sind mir dann noch nachgekommen die den Wasserklotz nicht gefunden hatten. Sie sind der Spur gefolgt die auch ich erst angepeilt hatte - heilfroh dann an dieser Stelle meine Garmin zu haben, die mich Gott sei Dank richtig geleitet hat. Ich erklärte ihm dann noch den Weg rauf dann ging es runter zum Parkplatz. 

Mit wunderschöner Stimmung ging diese traumhaft schöne Tour zu Ende. Ich kann diese Tour echt jedem Skitourengeher und auch Schneeschuhgeher empfehlen. Mit nur 590 Hm und rund 9 km ist sie zwar nicht all zu lange - aber landschaftlich einfach wunderschön - magisch!

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Kommentare: 1
  • #1

    Hans Jürgen Haubt (Donnerstag, 21 Dezember 2017 10:57)

    Zauberhafte Fotos von hoher Bildqualität!