Dirndlüberschreitung - Berg- und Talfahrt der Gefühle!

und wir haben uns der Herausforderung gestellt....Bevor wir nach Stockholm aufbrechen wollten wir es wagen, die Dirndl`n. Wir hatten uns die TOPO schon mehrmals angesehen und irgendwie hatten wir beide das Gefühl das die Zeit reif war um das Ziel Dirndlüberschreitung anzugehen.

Der Normalweg war ja lt. Topo *nur* eine 3+ - also sollte machbar sein. Schließlich sind wir ja auch schon Mehrseillängen bis 6- geklettert. Wettermäßig sollte es für Ende August auch optimal sein. Mit der ersten Bahn ging es rauf auf den Dachsteingletscher. Lt. Topo sollten wir wir mit max. 6 Stunden ja durch sein. Was jedoch ganz anders kam...

Von der Bergstation weg geht es erstmal Richtung Dachstein, Seethalerhütte - von dort zweigt der Weg dann ab über den Gletscher zum Einstieg in einer Mulde unter einem spitzen Turm. 

Der erste Teil bis zum Gipfel des Hohen Dirndl`s war wie angegeben eine 3+ auch nicht weiter tragisch, genussvolles Gratklettern! Wir hatten hier noch Sonne, es zogen aber immer wieder Wolken und Nebel auf. Bis hierhin war es wahrer Genuss, traumhaftes Panorama!

 

Nun hieß es dann über eine Steilstufe abseilen, - auch das war kein Problem. Aber nun fing er an, der Wind! Immer am Grat entlang, selten windgeschützt wurde es dann so richtig kalt, was unseren Fingern beim Klettern leider nicht wirklich wohl gesonnen war. In der Scharte vom Hohen zum Niederen Dirndl hieß es dann - sich entscheiden. Wenn wir den Normalweg weiter gehen, heißt es nochmals abseilen und dann den Rest im Schatten bis max. Schwierigkeistgrad 3+ rauf zum Niederen Dirndl, oder jetzt gleich die steile Westgratvariante 4+ rauf! Dafür schneller in der Sonne! Ich sah den Aufstiegsweg und hatte ein echt mulmiges, ungutes Gefühl ob ich das packe. Wir sind ja schon einiges Alpin geklettert, aber an dieser Stelle muss ich sagen das die 5+/6- leichter waren als die 4+ hier oben in der Höhe - in der Ausgesetztheit!!!  Aber wir froren, die Finger teils schon taub, entschieden wir uns für die steilere 4+ Variante. Für Stef der ja ganz andere Schwierigkeitsgrade klettert war das überhaupt kein Problem, aber für mich war es Angst pur, diese 4+ nach oben. Kein Schuhwerk das vorne den Einsatz beim Klettern erleichterte - hier war Stef mit seinen technischen Schuhen klar im Vorteil Gefrorene Finger sind leider an dieser Stelle auch alles andere als hilfreich. Aber man muss weiter, irgendwie sollte es doch gehen, die Kälte, der Wind der hier genau in der Scharte durch pfiff ließen auch nicht viel Zeit zum überlegen. Ich habe die 4+ zwar geschafft, aber musste sie mehrmals auf unterschiedliche Weise probieren, daher wird sie mir unvergessen bleiben! Mit anderem Schuhwerk und Finger die nicht taub waren, wäre sie vielleicht gar nicht sooo schwer, aber hier unter diesen Umständen und Verhältnissen war sie für mich echt eine absolute Herausforderung! Mir kam wieder in den Sinn, das ich eigentlich NIE klettern wollte, es reicht doch auch wenn man Berge auf ganz normale Art und Weise besteigt, oder via Klettersteig, dachte ich mir! Aber dann würde man auf Gipfeln wie diese hier , NIE kommen!! Also muss man manchmal über seine Grenzen gehen, um zu wachsen und Ziele zu erreichen die bis dahin unerreichbar schienen!

Wahrlich erleichtert und endlich wieder in der Sonne, die doch gegen die erfrorenen Finger Abhilfe schaffte, ging es nach der Wand oben weiter zum Gipfel des Niederen Dirndl`s. Auch hier hielten wir uns nur kurz auf, da die Zeit schon ziemlich voran geschritten war und uns die lange Abseilpiste noch bevor stand. Hier hieß es erst mal den Bügel zu finden, wo die Piste startete. An der Abseilpiste ist man ständig gefordert den nächsten Stand zu finden und sich nicht zu weit ab zu seilen.. dafür hatten wir extra unser 60m Seil mit , sodass hier nix schief laufen konnte. Die erste Abseilfahrt an der steilen Wand war doch etwas unheimlich, aber bei der Zweiten hatte ich dann schon richtig Spaß daran! 

wir haben es rechtzeitig zur Bahn geschafft, haben aber weit mehr als die 6 Stunden gebraucht, was weniger an den Fotos lag, denn durch das Partner sichern gehen sich immer nur Fotos aus wo man die Hände frei hat, aber wenn man im alpinen Gelände unterwegs ist sollte man sowieso immer mehr Zeit einrechnen. Es war für uns sicherlich eine der aufregen`sten, herausfordern`sten Touren die wir bisher unternommen haben. Es war uns warm und eiskalt! Wir hatten absolut spektakuläre Aussichten und Panoramen und wir sind über uns hinaus gewachsen!

BERG HEIL!!!

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